Lindenhofgruppe: Nah bei den Menschen und der Berner Wirtschaft

Über 184'000 Patientinnen und Patienten pro Jahr: Die Lindenhofgruppe ist eine tragende Säule der Berner Gesundheitsversorgung. CEO Dr. med. Jan Wiegand erklärt, wie die Lindenhofgruppe Bernerinnen und Berner ein Leben lang begleitet – und weshalb es dringend Raum für die Zukunft braucht.

Die Lindenhofgruppe ist mit ihren Spitälern Lindenhof und Sonnenhof sowie dem City Notfall und Localmed eine der wichtigsten Grund- und Notfallversorgerinnen in der Stadt und im Kanton Bern. Jährlich behandelt sie fast 100'000 Notfälle sowie über 184'000 Patientinnen und Patienten, davon mehr als 31'000 stationär. Zudem ist sie in verschiedenen Fachbereichen wie beispielsweise der Onkologie, der Frauenmedizin, der Bauchchirurgie, der Urologie und bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eine wichtige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Mit rund 2600 Mitarbeitenden und über 400 verschiedenen Funktionen hat die Lindenhofgruppe als Arbeitgeberin und Ausbildungsbetrieb im Gesundheitswesen eine hohe Relevanz. An der Spitze des Teams steht seit Mai 2024 Dr. med. Jan Wiegand: Der Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Intensivmedizin war, vor seiner Berufung zum CEO, bei der Lindenhofgruppe in verschiedenen Führungsfunktionen tätig. Davor war er unter anderem am Inselspital Bern und in Sydney engagiert. Für ihn sind Grösse und Bedeutung der Lindenhofgruppe vor allem eines: ein Privileg, das er mit Demut annimmt, um für das Wohl der Patientinnen und Patienten einzustehen.




Menschen begleiten – lebenslang

Im Gespräch am Hauptsitz der Lindenhofgruppe in der Länggasse führt der 51-Jährige aus: «Menschen helfen zu dürfen – diese Aufgabe macht mich vor allem sehr dankbar. Es ist zentral, den Patientinnen und Patienten einen niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen. Ich weiss, was es bedeutet, wenn man gesundheitliche Sorgen hat; das habe ich als behandelnder Arzt auf Intensivstationen immer wieder erlebt.» Noch heute übernimmt Jan Wiegand zusätzlich zu seiner Aufgabe als CEO Dienste auf der Intensivstation. Diese Nähe zum Kerngeschäft und seinen Mitarbeitenden gebe ihm eine gute Innensicht des Betriebs: «Das ist etwas, was mich erdet und mir zeigt, warum ich das Ganze mache.» «Individuell begleiten – ganzheitlich behandeln»: So lautet einer der Grundsätze, wie sie die Lindenhofgruppe in ihrem Leitbild festhält. Entsprechend hat die Spitalgruppe zum Ziel, ihren Patientinnen und Patienten ein Leben lang zur Seite zu stehen – von der Geburt bis ins Alter. Und das gepaart mit einer grossen Nähe zu den Menschen. «Bei uns sind die Wege viel kürzer als in grösseren Häusern. Das gibt den Patientinnen und Patienten das Gefühl: Hier kann ich ankommen und hier hört man mir zu.» Sichtbar wird dieser Anspruch beispielsweise in der Frauenmedizin: Von der jährlichen Vorsorgeuntersuchung bis zur hoch komplexen Behandlung werden Patientinnen durchgängig von denselben Fachpersonen betreut. Möglich macht das auch das Belegarztmodell, mit dem die Lindenhofgruppe arbeitet: Ärztinnen und Ärzte begleiten ihre Patientinnen und Patienten nicht nur durch die Behandlung, sondern übernehmen im Anschluss auch die Nachbetreuung. Dadurch entsteht ein durchgehender Versorgungspfad.




Raum für die Zukunft schaffen

Wachstum und medizinischer Fortschritt verlangen nach zeitgemässer Infrastruktur. Genau hier liegt für die Lindenhofgruppe die grösste Herausforderung der kommenden Zeit. Der heutige Standort Lindenhof stösst kapazitär an seine Grenzen. Da die Lindenhofgruppe rund 17 Prozent der stationären Versorgung im Kanton Bern erbringt, hätte eine Sanierung am bestehenden Ort erhebliche Folgen für die Versorgungssicherheit der Region. Die naheliegende Lösung ist ein Neubau am Springgarten: Dort plant die Lindenhofgruppe den Bau eines innovativen Gesundheitscampus als Ersatz für die heute bestehenden Spitäler. Damit die eigentliche Planung beginnen kann, braucht es noch grundsätzliche politische Entscheide des Berner Gemeinderats, gefolgt von einer Volksabstimmung. Jan Wiegand hofft auf einen baldigen positiven Bescheid: «Wir sind uns eigentlich alle einig und hoffen sehr, dass wir in absehbarer Zeit die nächsten Schritte einleiten können.»




Mitarbeitende wachsen lassen

Auch bei der Ausbildung setzt das Unternehmen auf langfristige Entwicklung: Rund 200 Lernende starten ihre Laufbahn bei der Lindenhofgruppe, dazu kommen knapp 100 Assistenzärztinnen und Assistenzärzte. «Wenn wir ausbilden, können wir von Anfang an Werte mitgeben, die uns wichtig sind», sagt Jan Wiegand. Dass ein Teil des Nachwuchses die Gruppe später verlässt, sieht er gelassen: «Man muss nicht um jeden Preis an den Leuten festhalten. Wenn jemand von der Lindenhofgruppe zu einem anderen Arbeitgeber wechselt und erzählt, wie gut die Ausbildung bei uns war, ist das die beste Werbung für uns.» Wie viele andere Spitäler ist auch die Lindenhofgruppe mit hoher Fluktuation konfrontiert: Besonders junge Menschen wechseln am Anfang ihrer Laufbahn im Gesundheitswesen häufig. Gleichzeitig bleiben die Mitarbeitenden im Schnitt über neun Jahre bei der Lindenhofgruppe, was für eine hohe Identifikation mit der Lindenhofgruppe spricht. Für sie will Jan Wiegand mit einem Life-Cycle-Management über die gesamte Laufbahn hinweg Entwicklungsmöglichkeiten schaffen – passend zu den verschiedenen Lebensphasen.

Wer mit Jan Wiegand spricht, merkt schnell, wie wichtig ihm Teamgeist ist. Sein Leitsatz lautet denn auch: «Das Ich steht hinter dem Wir an.» Geprägt hat ihn in seinem Führungsverständnis der Alltag mit seinen Patientinnen und Patienten. «Einer der wichtigsten Antriebe des Menschen ist die Autonomie. Wenn ich nicht mehr selbst über meine nächsten Schritte bestimmen kann, fühle ich mich ausgeliefert.» Entsprechend gelte es für die medizinischen und pflegerischen Mitarbeitenden, mit dieser Verantwortung umzugehen. Selbstbestimmung sei aber auch für die Mitarbeitenden relevant: Daher möchte er diesen möglichst viel Eigenverantwortung und Entwicklungsspielraum geben.




Engagement im HIV: Gemeinsame Lösungen

Mit einem Umsatz von über einer halben Milliarde Franken ist die Lindenhofgruppe ein wichtiger Wirtschaftsmotor Berns. Das Unternehmen beschäftigt nicht nur viele Menschen, sondern kauft auch zahlreiche Leistungen bei kleinen und mittleren Betrieben ein, unter anderem im Bau, in der IT, der Gastronomie oder im Pharmabereich. Um nahe an der Berner Wirtschaft zu sein, ist die Lindenhofgruppe Mitglied bei der HIV-Sektion Bern, in der Jan Wiegand als Vorstandsmitglied amtet. «Für uns als grosses Unternehmen ist es ungemein wichtig, auch mit kleinen und mittleren Betrieben in Kontakt zu sein: um zu spüren, wo die Bedürfnisse liegen, und um gemeinsam in der Politik nach Lösungen zu suchen.» Lösungen, mit denen vielleicht dereinst die Realisierung des neuen Gesundheitscampus ermöglicht wird. Und mit denen die Lindenhofgruppe ganz sicher eines ist: nah bei den Menschen.

Sektion: Bern ändern