LOEB: Auch in der Pandemie persönlich bleiben

LOEB ist «das persönlichste Warenhaus der Schweiz». Im Zentrum steht die direkte Begegnung mit den Kundinnen und Kunden. Das traditionsreiche Unternehmen hat das Kunststück geschafft, diese enge Bindung sogar in Lockdown-Zeiten aufrecht zu erhalten. Auch bei der HIV-Sektion Bern setzt LOEB auf das Miteinander.

LOEB. Vier Buchstaben, eine Berner Institution. Gegründet 1881, steht dem Familienunternehmen heute in fünfter Generation Nicole Loeb als Delegierte des Verwaltungsrats vor. CEO der LOEB AG und Mitglied der Gruppenleitung ist Ronald Christen, der seit 2015 in dieser Position amtet und davor während zehn Jahren als Marketingleiter agiert hat. «Es ist ein Privileg, für das Familienunternehmen LOEB arbeiten zu dürfen und im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit», schildert er sein Engagement. Diese hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber gelte nicht nur für ihn, sondern für das ganze Team.

Lockdown: Ein Novum in 140 Jahren

Neben dem Haupthaus in Bern mit dem berühmten Loeb-Egge unterhält die LOEB AG auch Warenhäuser in Biel und Thun sowie weitere Concept-Stores. Die Filialen in Bern und Biel wurden 2019 umgebaut – in Thun ist die Erneuerung noch im Gang. Insgesamt wurde dafür ein zweistelliger Millionenbetrag investiert. Damit gab das Unternehmen auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung und grosser Herausforderungen für den stationären Handel ein klares Bekenntnis zur direkten Begegnung mit den Kundinnen und Kunden ab. Dies konsequent entlang der eigenen Vision, «das persönlichste Warenhaus der Schweiz» zu sein. Die beiden Lockdowns 2020 waren somit gleich im mehrfachen Sinne ein harter Schlag für LOEB. «Wie für alle anderen war dies auch für uns eine ausserordentliche Zeit», so Ronald Christen. «Zum Vergleich: LOEB musste nicht einmal im zweiten Weltkrieg für längere Zeit schliessen. Das fährt einem dann schon ein.» Die drohenden Folgen – LOEB musste für 2020 einen Verlust hinnehmen – zeigen sich rasch: «Uns wurde sehr schnell klar, dass wir finanziell gesehen zu den Verlierern dieser Krise gehören würden. Unsere Konzepte basieren auf der direkten Begegnung und es ist nicht möglich, uns innert weniger Wochen zu einem Onlinehändler umzubauen.»




Mit Kreativität präsent und spürbar bleiben

Trotzdem hat Loeb versucht, auf verschiedene Arten mit den Kundinnen und Kunden in Kontakt zu bleiben. Dazu wurden bestehende Kanäle wie der Online-Shop im Bereich Haushaltswaren verstärkt und neue Tools eingesetzt; so zum Beispiel eine Beratung per Videochat. Zudem wurden regelmässig besondere Aktionen lanciert. Da der erste Lockdown kurz vor Ostern verhängt wurde, verfügte Loeb über einen grossen Schokoladen-Vorrat. Dieser wurde kurzerhand zu vorgefertigten Osternestern umgerüstet, welche über Social Media vertrieben wurden. «Diese Aktion hat sehr gut funktioniert und für viel Goodwill gesorgt – richtig etwas verdient haben wir damit aber nicht», so Ronald Christen. Zudem war es eine grosse Herausforderung, die traditionsreiche Berner Identität und Geschichte, welche LOEB ausmacht, über die digitalen Kanäle zu erhalten. «Unsere Marketingleute haben einen echt tollen Job gemacht und es geschafft, dass der Spirit von LOEB auch über diese Kanäle spürbar blieb», lobt Ronald Christen.

Wertvolle Unterstützung in der HIV-Sektion Bern

Und das zahlte sich aus: denn das persönliche Image und die enge Kundenbindung kamen LOEB stark zu Gute, als die Warenhäuser nach den Lockdowns wieder öffnen durften. «Wir spürten eine grosse Solidarität unserer Kundschaft – insbesondere von unseren zahlreichen Stammkundinnen und Stammkunden.» Auch innerhalb der HIV-Sektion Bern, in dessen Vorstand sich Ronald Christen seit zwei Jahren engagiert, unterstützte man sich in der herausfordernden Zeit gegenseitig. Er nutzt die Plattform generell aktiv, um die Anliegen der Detailhandelssparte zu vertreten. «Ich schätze die interessante Vorstandsarbeit sehr. Wir sind sehr nahe an den politischen Themen und Entscheidungsträgern der Stadt Bern dran. Gerade die Zusammenarbeit mit den Behörden und der gemeinsame Austausch gestalten sich sehr zielführend.» Auch hier herrscht im Moment das Virtuelle vor: «Da ich erst seit zwei Jahren mit an Bord bin, kann ich die direkten Begegnungen mit meinen Vorstandskollegen an einer Hand abzählen.» Nicht nur für seine Arbeit als CEO von LOEB, sondern auch als Vorstandsmitglied der HIV-Sektion Bern gilt für Ronald Christen also: «Ich freue mich sehr, wenn die persönliche Begegnung wieder uneingeschränkt möglich ist.»