Warum der Grosse Rat die Weiterführung der RBS Linie als Motion annehmen sollte

Die Weiterentwicklung des Inselareals ist eines der strategisch wichtigsten Zukunftsprojekte des Kantons Bern. Als bedeutender Standort für Medizin, Forschung, Lehre und Wirtschaft wächst das Areal rasant – und mit ihm der Druck auf die Verkehrsinfrastruktur. Die heutige Erschliessung stösst schon lange an ihre Grenzen, zusätzliche oberirdische Lösungen sind im dichten Stadtraum kaum mehr realisierbar.

Ein Beitrag von Henrik Schoop, Direktor des Handels und Industrievereins des Kantons Bern

Vor diesem Hintergrund ist der Vorstoss zur Weiterführung der RBS‑Linie vom neuen Tiefbahnhof bis zum Inselareal ein entscheidender Schritt für die langfristige Planungssicherheit des Standorts.

Ein Vorstoss mit Weitblick: Motion von Sandra Hess (FDP)

Die Motion wurde von Sandra Hess (FDP, Nidau) eingereicht – gemeinsam unterstützt von weiteren FDP‑Mitgliedern. Ihr Engagement verdient Anerkennung: Sie hat ein Thema aufgenommen, das weit über eine lokale ÖV‑Optimierung hinausgeht. Die Motion zeigt klar auf, dass die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine Weiterführung der RBS‑Linie bereits geschaffen sind und dass ein zeitnahes politisches Signal notwendig ist, damit die Planung nicht ins Leere läuft. Mit diesem Vorstoss werden keine luftigen Ideen verfolgt, sondern ein bereits baulich vorbereiteter Zukunftsschritt aufgegriffen, der konsequent weiterverfolgt werden muss.

Warum eine Motion – und nicht nur ein Postulat?

Die Regierung beantragt, den Vorstoss lediglich als Postulat entgegenzunehmen. Aus Sicht des Handels‑ und Industrievereins ist dies jedoch unzureichend.

Ein Postulat steht für „prüfen“.
Eine Motion steht für „umsetzen“.

Die Region Bern hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien zur ÖV‑Erschliessung des Inselareals und des südlichen Korridors erarbeitet. Diese liefern wichtige Erkenntnisse, doch gleichzeitig zeigen sie: Der Bedarf ist real, der Handlungsdruck gross – und die Zeit drängt.

Die Weiterführung der RBS‑Linie:

  • entlastet den oberirdischen Raum
  • verbessert die Erreichbarkeit für Mitarbeitende, Studierende, Patientinnen und Patienten
  • stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des gesamten Grossraums Bern
  • reduziert Verkehrskonflikte im Stadtraum
  • ermöglicht langfristige Planungssicherheit für Institutionen und Unternehmen

Darum ist ein verbindlicher Auftrag notwendig.

Infrastruktur braucht Zeit – und klare Entscheide

ÖV‑Infrastruktur entsteht nicht innert Monaten. Wenn der Kanton Bern heute keinen verbindlichen Auftrag erteilt, verlieren wir Jahre. Obwohl die aktuellen Studien noch verschiedene Varianten vergleichen, ist klar: Die Weiterführung der RBS‑Linie bleibt eine realistische und potenziell sehr wirkungsvolle Option innerhalb eines Gesamtverkehrskonzepts. Gerade weil der neue RBS‑Tiefbahnhof die bauliche Vorsorge bereits enthält, wäre es fahrlässig, diese Chance nicht weiterzuverfolgen.

Fazit: Der Grosse Rat soll die Motion annehmen

Die Motion von Sandra Hess setzt genau dort an, wo die strategische Entwicklung des Kantons Bern es verlangt: bei der langfristigen Sicherstellung einer leistungsfähigen, nachhaltigen Mobilität.

Deshalb fordert der Handels‑ und Industrieverein des Kantons Bern: Die Weiterführung der RBS‑Linie soll als Motion angenommen werden.

Jetzt ist der Moment, den nächsten Schritt zu machen – nicht erst nach weiteren Jahren des Prüfens und Abwägens, sondern mit der notwendigen Verbindlichkeit, die Wirtschaft, Forschung und Bevölkerung erwarten dürfen.

Hier geht es zum Vorstoss

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