Raumentwicklung
Bauen wird immer komplizierter und langwieriger. Plan- und Baubewilligungsverfahren müssen effizienter, einfacher und kundenfreundlicher werden. Ein guter Vorstoss ist in der Wintersession angenommen worden. Aber es braucht tiefschürfendere Massnahmen.
Mit der vom Grossen Rat angenommenen Motion von Martin Lerch «Die Baubewilligungsverfahren straffen – vor allem durch Kürzung der Einsprache-, Auflage-, Behandlungs- und Beschwerdefristen» wurde ein wichtiger Schritt hin zu schnelleren und effizienteren Bewilligungsverfahren erreicht. Die Anpassungen sollen dazu beitragen, Planungs- und Bauprozesse zu beschleunigen und damit Investitionen im Kanton Bern zu erleichtern. Der HIV begrüsst diesen Entscheid ausdrücklich, da verkürzte Verfahren den Wirtschaftsstandort stärken und die Realisierung dringend benötigter Projekte beschleunigen.
Mit der Motion «Meldepflicht statt Baubewilligung für energetische Sanierungen» soll der Kanton Bern energetische Verbesserungen an Gebäuden deutlich unbürokratischer und schneller ermöglichen. Anstelle eines zeitintensiven Baubewilligungsverfahrens soll künftig eine einfache Meldepflicht ausreichen, sofern die Massnahmen keine wesentlichen baulichen Veränderungen mit sich bringen. Der HIV unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich und begrüsst die Annahme im Rat, da es Investitionen in Energieeffizienz erleichtert, Sanierungen beschleunigt und einen wichtigen Beitrag zu den kantonalen Klimazielen leistet. Gleichzeitig profitieren Hauseigentümerinnen und -eigentümer wie auch Gewerbebetriebe von klaren Abläufen und weniger administrativem Aufwand.
Engagement in der Raumentwicklung
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe führte der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern (HIV) 2025 mehrere Werkstattgespräche zur Zukunft der Raumplanung im Kanton Bern durch. Ziel war es, Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammenzubringen und einen praxisnahen Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Raumentwicklung zu ermöglichen.
In verschiedenen Regionen des Kantons boten die Veranstaltungen eine Plattform, um zentrale Fragen der Raumplanung zu diskutieren – von Zuständigkeiten im föderalen System über Planungs- und Bewilligungsverfahren bis hin zu Nutzungskonflikten zwischen Wirtschaft, Wohnen und Infrastruktur. Fachinputs und Podiumsdiskussionen mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik lieferten dabei wertvolle Einblicke und unterschiedliche Perspektiven.
Die Diskussionen machten deutlich, dass insbesondere langwierige und komplexe Bewilligungsverfahren, unklare Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen sowie Nutzungskonflikte zwischen Wohnen, Gewerbe und Infrastruktur zu den zentralen Herausforderungen der Raumplanung im Kanton Bern gehören. Gleichzeitig wurde auch der Bedarf an ausreichenden Entwicklungsflächen für Unternehmen sowie an einer besseren Abstimmung zwischen Raumplanung, Verkehr und wirtschaftlicher Entwicklung hervorgehoben.
Ziel der Veranstaltungsreihe war es, diese Herausforderungen aus regionaler Perspektive zu sammeln und daraus mögliche Handlungsfelder abzuleiten. Dazu zählen insbesondere die Beschleunigung und Vereinfachung von Planungs- und Bewilligungsverfahren, eine klarere Koordination zwischen Bund, Kanton und Gemeinden, die bessere Nutzung vorhandener Flächenpotenziale sowie eine Raumplanung, die wirtschaftliche Entwicklung, gesellschaftliche Bedürfnisse und ökologische Anforderungen ausgewogen berücksichtigt.



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