Die Bildung steht vor grossen Herausforderungen, 2025 konnten jedoch auch erfreuliche Fortschritte verzeichnet werden. Besonders geschätzt von den Berner Unternehmen wird das Fachkräftepotenzial und die gute Bildung der hiesigen Bevölkerung.





Grundsteinlegung «Campus Biel»

Am 6. Mai 2025 wurde mit der feierlichen Grundsteinlegung der Startschuss für den neuen Campus Biel gegeben. Der moderne Bildungsstandort soll künftig zentrale Bereiche der Berufs- und Hochschulbildung unter einem Dach vereinen und neue Synergien zwischen Forschung, Wirtschaft und Praxis ermöglichen. Der Bezug ist für 2027 geplant und markiert einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des Bildungsraums Biel-Seeland.

Lesekompetenz und Medienmündigkeit

Die besorgniserregenden Ergebnisse des aktuellen Lesebarometers lösten im Kanton Bern politische Reaktionen aus. Grossrat Daniel Arn (FDP) reichte die Motion «Ergänzende Förderung von Lesekompetenz und Medienmündigkeit im Kanton Bern» ein. Das Anliegen, Kinder und Jugendliche besser für die Anforderungen einer zunehmend digitalen und informationsgeprägten Welt zu stärken, fand breite Unterstützung: Der Grosse Rat nahm die Motion einstimmig an. Damit wird ein wichtiges Signal zugunsten der Bildungs- und Chancengerechtigkeit gesetzt.

Maturitätsquote und Abschlusszahlen

Die Maturitätsquote im Kanton Bern bleibt mit 39,3 % stabil (Vorjahr 39 %). Die Zahl der gymnasialen Maturitäten liegt weiterhin bei rund 20 %, während die Berufs- und Fachmaturitäten mit 16,6 % bzw. 2,2 % praktisch unverändert bleiben. Diese konstanten Werte zeigen eine ausgewogene Entwicklung im bernischen Bildungssystem und bestätigen die Bedeutung der dualen und akademischen Bildungswege gleichermassen.

Engagement Bildung





tunBern 2025

Die tunBern 2025 verwandelte die BERNEXPO während zehn Tagen in eine lebendige Lernwelt für Kinder und Jugendliche. Über 40 Experimente und Mitmachstationen ermöglichten es ihnen, Technik und Naturwissenschaften spielerisch zu entdecken – vom Programmieren über Brückenbau bis zu Chemie Experimenten. Das Format zeigte eindrücklich, wie stark Lernen durch Erleben wirkt und wie früh Begeisterung für MINT geweckt werden kann – insgesamt 8000 Kinder Experimenten. Das Format zeigte eindrücklich, wie stark Experimenten. Das Format zeigte eindrücklich, wie stark nahmen daran teil.‑Experimenten. Das Format zeigte eindrücklich, wie stark

Für den HIV Kanton Bern ist tunBern zentral: Als Trägerorganisation setzt er ein deutliches Zeichen für die frühzeitige Nachwuchsförderung in MINT-Berufen – ein entscheidender Faktor für die Sicherung qualifizierter Fachkräfte im Wirtschaftsstandort Bern.

Die nächste tunBern findet 2027 im Rahmen der BEA statt.

Swiss Skills

27 Gold-, 26 Silber- und 21 Bronzemedaillen: Die Lernenden aus Berner Lehrbetrieben haben an den SwissSkills 2025 gezeigt, welches Potenzial in der beruflichen Bildung des Kantons steckt.

Am 12. November 2025 wurden die 74 Medaillengewinnerinnen und -gewinner im Kulturcasino Bern feierlich geehrt. Gemeinsam mit den Lehrbetrieben und Berufsverbänden würdigten die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) des Kantons Bern, Berner KMU und der HIV Kanton Bern die herausragenden Leistungen der jungen Berufsleute. Rund 250 Gäste nahmen an der Feier teil – ein Zeichen für die Wertschätzung und hohe Qualität der Berufsbildung im Kanton Bern.

Der HIV setzt sich aktiv dafür ein, dass die Erfolge der Berner Talente sichtbar werden und die Bedeutung gut ausgebildeter Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Bern hervorgehoben wird. Die SwissSkills-Auszeichnungen sind dabei ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit der Berner Lehrbetriebe.

Wirtschaftswochen an Mittelschulen

Diverse Mittelschulen bieten Wirtschaftswochen in deutscher wie französischer Sprache an. Die dafür notwenigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse werden den Jugendlichen von erfahrenen Führungskräfte aus der Wirtschaft kompakt, praxisnah, praxisorientiert und erlebnisorientiert vermittelt. Ziel ist es, das Verständnis sowie das Interesse an ökonomischen Zusammenhängen zu fördern, eine konstruktiv-kritische Haltung bei komplexen Fragestellungen zu entwickeln und vernetztes Denken zu stärken.

Insgesamt wurden 15 Wirtschaftswochen als Projektwochen an neun verschiedenen Schulen durchgeführt. Dafür standen 30 ehrenamtliche Führungskräfte im Einsatz, die den «Jungunternehmer/innen» eine Woche lang Begriffe wie Bilanz, Erfolgsrechnung oder Liquidität näherbrachten. Ein zusätzlicher wichtiger Praxisbezug ist die Betriebsbesichtigung. Die Schlussveranstaltung mittels einer Investorenkonferenz oder Generalversammlung ist ein weiterer Höhepunkt. Allen Beteiligten gebührt ein ganz grosses Dankeschön.

Blockseminar Aussenwirtschaft und internationale Geschäftstätigkeit - Universität Bern

In der dritten Ausgabe des «Blockseminars Aussenwirtschaft und internationale Geschäftstätigkeit» erhielt eine Studierendengruppe der Universität Bern erneut wertvolle Einblicke in die wirtschaftliche Praxis. Das in Zusammenarbeit mit der Universität Bern durchgeführte Seminar verbindet wissenschaftliche Grundlagen direkt mit realen Herausforderungen der Berner Wirtschaft.

Im Zentrum stand dieses Jahr die Frage: Wie kann ein Berner Unternehmen erfolgreich in den US‑Markt eintreten? Anhand einer praxisnahen Fallstudie erarbeiteten die Bachelorstudierenden ein Markteintrittskonzept für die Contec AG. Sie analysierten Marktchancen und Risiken, Standortoptionen, Förderprogramme, Lieferketten sowie mögliche Markteintrittsstrategien.

Das Projekt zeigte, wie praxisorientiertes Lernen Studierenden den Zugang zu echten wirtschaftlichen Fragestellungen ermöglicht – und Unternehmen gleichzeitig frische, analytisch fundierte Perspektiven bietet. Eine klare Win‑Win‑Situation, darin waren sich die Studierenden, Heinz Sigrist von der Contec AG sowie Prof. Dr. Artur Baldauf einig.

1000 Chancen / Berufswahlagenda

Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Berufswahlagenda Bern/Freiburg und dem HIV Kanton Bern wurde auch 2025 das etablierte Konzept «1000 Chancen» beibehalten. Die Portraitreihe zeigt Menschen, die den erfolgreichen Schritt von der Berufslehre in eine Kaderfunktion geschafft haben – inspirierende Beispiele, die Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen.

Das Format umfasst mittlerweile 38 Porträts, die auf verschiedenen Kanälen veröffentlicht werden und breite Sichtbarkeit erhalten. Seit 2018 sind diese Geschichten zudem fester Bestandteil der Berufswahlagenda, die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse kostenlos über ihre Lehrpersonen erhalten.

Die Berufswahlagenda dient als Informations- und Unterrichtsmittel im Berufswahlprozess und gleichzeitig als Arbeits- und Hausaufgabenheft, das die Jugendlichen durch das ganze Schuljahr begleitet. Sie erscheint jährlich im Mai in sechs kantonalen Ausgaben – mit einer beeindruckenden Gesamtauflage von 39'500 Exemplaren.

Durch die Partnerschaft trägt der HIV Kanton Bern dazu bei, die Attraktivität der Berufsbildung sichtbar zu machen und jungen Menschen reale Vorbilder näherzubringen.

Sektion: Jahresbericht 2025 ändern