Partnerschaften und Projekte

Nachfolgende Partnerschaften und Projekte hat der HIV Kanton Bern im Jahr 2025 unterstützt und umgesetzt.





BEstouz

Gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband, Berner KMU, dem Hauseigentümerverband und dem Berner Bauernverband engagiert sich der HIV Kanton Bern dafür, die Vielfalt und Bedeutung der Berner Wirtschaft sichtbarer zu machen. Unter dem gemeinsamen Dachprojekt BEstouz rückt die Berner Wirtschaft jene Unternehmen ins Zentrum, die das Rückgrat unseres Wohlstands bilden: die KMU.

Ziel des Projekts ist es weiterhin, die zahlreichen Erfolgsgeschichten dieser Betriebe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ihre wirtschaftliche wie gesellschaftliche Bedeutung aufzuzeigen. 2025 lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der digitalen Präsenz: mit neuen Formaten, zusätzlichen Kanälen und einer stärkeren Vernetzung der Inhalte. Damit wird BEstouz noch sichtbarer und erreicht insbesondere jüngere Zielgruppen. Zugleich war das Projekt öffentlichkeitswirksam an der BEA 2025 vertreten. Vorstandsmitglieder der Verbände führten mit den Besucherinnen und Besuchern Gespräche und unterhielten sich über die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft.

Berner KMU Barometer

Der KMU‑Barometer 2025 zeigt klar: Berner Unternehmen kämpfen gleichzeitig mit einer wachsenden kantonalen Bürokratie und globalen Unsicherheiten. Zwei Drittel der Betriebe empfinden administrative Hürden als stärkste Belastung, gefolgt von Digitalisierungsthemen und dem anhaltenden Fachkräftemangel. Trotz steigender Regulierungsdichte investieren viele Unternehmen weiter – insbesondere in digitale Prozesse, Nachfolgeplanung und die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden.

Auch die internationale Lage fordert die Berner Wirtschaft. 17 % der Betriebe nennen geopolitische Risiken, Zölle und die schwache Konjunktur im Ausland als grösste Sorge. Besonders exportorientierte Industrien spüren den Druck. Gleichzeitig treiben immer mehr Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz voran: Fast die Hälfte nutzt KI bereits aktiv und sieht darin mehr Chancen als Risiken.

Ein zentrales Dauerthema bleibt die Unternehmensnachfolge: Über die Hälfte der KMU muss sie in den nächsten drei Jahren regeln. Viele sind zuversichtlich, eine passende Lösung – meist intern – zu finden, doch der Bedarf an frühzeitiger Planung bleibt hoch.

Die Berner Wirtschaftsverbände, darunter der HIV Kanton Bern, setzen sich weiterhin gezielt dafür ein, administrative Lasten zu reduzieren, zukunftsgerichtete Rahmenbedingungen zu stärken und die Standortattraktivität zu sichern.

Berner Sozialstern

Der Berner Sozialstern 2025 geht an die Plus Plus AG, einen IT‑Dienstleister, der sich seit 2006 auf die digitale Unterstützung von Stiftungen, Vereinen und sozialen Organisationen spezialisiert hat. Das Unternehmen verbindet technisches Know-how mit gelebter Empathie – und zeigt eindrücklich, wie berufliche Integration in der Praxis gelingt. Plus Plus bietet jungen Menschen mit erschwertem Start ins Berufsleben die Möglichkeit, ihre Ausbildung im Betrieb zu absolvieren. Durch diese zweite Chance stärkt das Unternehmen nicht nur deren Eigenverantwortung und Arbeitsmarktfähigkeit, sondern leistet auch einen Beitrag zu einer inklusiveren Zukunft. Die Geschäftsführung betont, dass soziale Verantwortung und Kundenorientierung im Arbeitsalltag Hand in Hand gehen: zuhören, verstehen und IT‑Lösungen entwickeln, die echten Mehrwert schaffen.

Neben dem Hauptpreisträger wurden auch im Jahr 2025 wieder Unternehmen mit Best Practice‑Auszeichnungen geehrt, die sich in besonderer Weise für die Integration von Menschen mit psychisch bedingten Einschränkungen einsetzen. Sie alle zeigen, wie erfolgreiche Integration auf Augenhöhe aussehen kann. Der HIV Kanton Bern ist seit mehreren Jahren in der breit zusammengesetzten Jury vertreten und unterstützt das Engagement für einen inklusiven Arbeitsmarkt auch 2025 aktiv.

Mini Firma

Was machen eigentlich die verschiedenen Firmen im ganzen Kanton Bern, mit welchen Herausforderungen sind sie konfrontiert und was sind ihre Innovationen. In der Sendung «Mini Firma» besucht TeleBärn Unternehmen verteilt über den ganzen Kanton. In der wöchentlichen Sendung erhalten die Zuschauerinnen und Zuschauer Einblicke in die Firmen. Sie zeigen die Menschen hinter den Produkten und geben einen Einblick in die Wirtschaft vom Kanton Bern. Der HIV Kanton Bern ist Partner dieser Sendung.

Grossratsrating

Im Jahr 2024 veröffentlichten der HIV Kanton Bern, Berner KMU und Die Berner Arbeitgeber zum 21. Mal das Grossratsrating. Die Auswertung zeigt transparent, wie wirtschaftsrelevant die Grossrätinnen und Grossräte abstimmen, und macht sichtbar, wer sich verlässlich für unternehmerische Rahmenbedingungen einsetzt. An der Spitze des Rankings steht Samuel Kullmann (EDU), der alle bewerteten Geschäfte wirtschaftsfreundlich unterstützte.

Bewertet wurden ausschliesslich Vorlagen mit direkter Bedeutung für die Wirtschaft. Die Auswahl traf eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Politik. Die Ergebnisse machen klare politische Linien sichtbar: EDU, SVP und Die Mitte stimmten 2024 am wirtschaftsfreundlichsten ab, gefolgt von der FDP. Am anderen Ende der Skala rangieren PSA, SP, Grüne und AL. Diese Tendenzen bestätigen die langfristigen Entwicklungen seit 2004.

Auffällig sind die regionalen Unterschiede. Besonders wirtschaftsfreundliche Entscheide kamen aus dem Oberland und dem Oberaargau, während die Wahlkreise Mittelland-Nord und Bern tiefere Werte erzielten. Die Stadt Bern bildet das Schlusslicht und weist den grössten Abstand zu den übrigen Wahlkreisen auf.

Neben der Analyse von Fraktionen und Regionen rückt das Rating die individuelle Leistung der Parlamentarierinnen und Parlamentarier in den Fokus. Persönliches Engagement für unternehmerische Anliegen bleibt zentral, um das wirtschaftliche Potenzial des Kantons Bern zu stärken. Das Grossratsrating liefert dafür Orientierung – und setzt einen Ansporn für wirtschaftsfreundliches politisches Handeln.

Podcast «Wirtschaftsznüni»

Im Sommer lanciert der HIV Kanton Bern den Podcast «Wirtschaftsznüni – der wirtschaftspolitische Podcast aus dem Kanton Bern». Welche Themen brennen der Berner Wirtschaft unter den Nägeln? Was steht aktuell auf der Agenda des Handels- und Industrievereins? Direktor Henrik Schoop diskutiert jede zweite Woche mit einem Gast – persönlich und ungefiltert. Im Jahr 2025 erschienen elf Folgen mit den unterschiedlichsten Akteurinnen und Akteuren.

US-Zölle

Die US-Zollpolitik prägte das Wirtschaftsjahr 2025. Die ab April eingeführten US-Zölle auf Schweizer Produkte trafen die exportorientierten Unternehmen im Kanton Bern hart. Ihre aktuelle Einschätzung teilten Berner Unternehmerinnen und Unternehmer im ersten Videocall nach der Verkündung der Zölle im April. Sämtlich Teilnehmende zeigten sich besorgt über die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und fordert eine kurz- und langfristige Verbesserung der kantonalen Standortfaktoren. Der HIV Kanton Bern begleitet die Entwicklung das ganze Jahr über eng und informierte seine Mitglieder in Webinaren in Zusammenarbeit mit economiesuisse und S-GE über aktuelle Entwicklungen und mögliche Massnahmen.

Auf kantonaler Ebene wurde der HIV Kanton Bern ebenfalls aktiv. Klar ist, die Rahmenbedingungen können und müssen im Kanton Bern verbessert werden. Konkret forderte der HIV Kanton Bern nachfolgende Massnahmen. Die Forderungen führten zu zahlreichen Medienberichten und wurden das ganze Jahr über immer wieder aufgegriffen.

  • Bürokratie abbauen: Plan- und Baubewilligungsverfahren sind zu beschleunigen und unnötige Regulierungen zu vermeiden. Neue Erlasse sollen nach dem Prinzip der Sunset-Klauseln zeitlich begrenzt werden. Verwaltungsstellen sollen effizient und fristgerecht arbeiten, ihr Ermessen im Zweifel zugunsten der Betroffenen ausüben und kundenorientiert handeln. Die Chancen von KI und Digitalisierung sind in allen Bereichen der Verwaltungstätigkeit zu nutzen, um Prozesse einfach und unbürokratisch zu gestalten.
  • Strategische Arbeitszonen sichern: Der Kanton Bern soll sich beim Bund dafür einsetzen, dass Einzonungen für Firmenerweiterungen und -ansiedlungen erleichtert werden. Das kantonale SAZ-Programm (Strategische Arbeitszonen) ist so auszurichten, dass Unternehmensansiedlungen nicht durch kommunale Blockaden verzögert werden. Gerade wachsende Industriebetriebe benötigen rasch verfügbares Bauland an gut erschlossenen Standorten.
  • Steuern entlasten: Im Rahmen der Steuergesetzrevision 2027 braucht es Tarifanpassungen sowohl für sämtliche natürliche als auch für juristische Personen. Die geplanten Steueranlagesenkungen im Kanton Bern sind ein Schritt in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus, es braucht weitergehende Anlagesenkungen. Die Kirchensteuer für Unternehmen muss freiwillig werden. Der Personalbestand in der Verwaltung ist zu reduzieren, die Lohnsumme zu plafonieren und die Staatsquote konsequent zu senken
Sektion: Jahresbericht 2025 ändern