Partnerschaften und Projekte
Nachfolgende Partnerschaften und Projekte hat der HIV Kanton Bern im Jahr 2024 unterstützt und umgesetzt.
Wirtschaft praxisnah erleben!
Viele Mittelschulen führen Wirtschaftswochen durch. In Biel werden diese sowohl in deutscher wie in französischer Sprache angeboten. Erfahrene Kaderkräfte aus der Wirtschaft vermitteln in praxis-, handlungs- und erlebnisorientierter Weise den jungen Menschen kompakt und intensiv betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Das Verständnis und Interesse für ökonomische Zusammenhänge sowie eine konstruktiv-kritische Haltung bei komplexen Fragestellungen und das vernetzte Denken werden gefördert.
Die 13 durchgeführten Wirtschaftswochen mit insgesamt 9 verschiedenen Schulen fanden jeweils als Projektwoche statt. Im Einsatz standen dabei 26 ehrenamtliche Führungskräfte, welche mit grossem Engagement den «Jungunternehmer/innen» während einer Woche Begriffe wie Bilanz, Erfolgsrechnung oder Liquidität näherbrachten. Bereichert wird diese allseits geschätzte Woche mit einer Betriebsbesichtigung.





Der Berner Steuermonitor 2024, eine Analyse von KPMG und HIV Kanton Bern, zeigt, dass der Kanton Bern im interkantonalen Steuerwettbewerb weiterhin benachteiligt ist. Trotz kleinerer Anpassungen bleibt die Steuerbelastung für Unternehmen und Privatpersonen hoch.
Unternehmenssteuern: Bern bleibt Schlusslicht
Mit einem Gewinnsteuersatz von 20,54 % liegt der Kanton Bern schweizweit weiterhin auf dem letzten Platz. Zwar wurde die Steueranlage um zwei Steuerzehntel gesenkt, doch der Kanton liegt nach wie vor deutlich über dem Schweizer Durchschnitt von 14,6 %. Der Abstand zu Nachbarkantonen wie Freiburg und Solothurn bleibt hoch, was Bern als Unternehmensstandort unattraktiv macht. Wettbewerbsfähiger ist Bern nur für forschungsintensive Unternehmen, die von speziellen Steuererleichterungen profitieren. Dank der Patentbox und Sonderabzügen für Forschung und Entwicklung können diese ihren Gewinnsteuersatz auf bis zu 12,24 % senken.
Hohe Steuerlast für natürliche Personen
Auch für Privatpersonen bleibt Bern ein steuerlich unattraktiver Wohnkanton. Mit einem maximalen Einkommenssteuersatz von 41,04 % liegt der Kanton schweizweit auf dem drittletzten Platz – nach Genf (43,33 %) und Waadt (41,5 %). Die Steueranlagesenkung um 0,5 Steuerzehntel im Jahr 2025 wird daran wenig ändern. Weitere steuerliche Verschärfungen, wie die Streichung der Berufskostenpauschale, die Begrenzung des Pendlerabzugs und die Erhöhung der Eigenmietwerte, haben die Situation für Steuerzahler zusätzlich verschlechtert.
Steuerliche Standortnachteile und Risiken
Die hohe Steuerbelastung gefährdet die wirtschaftliche Attraktivität des Kantons. Besonders problematisch ist, dass 7,5 % der Unternehmen 88 % der gesamten Kantonssteuerlast tragen. Eine mögliche Abwanderung von grossen Unternehmen könnte daher erhebliche fiskalische Lücken hinterlassen. Auch die globale Mindeststeuer von 15 %, die 2024 eingeführt wurde, wird Bern kaum entlasten. Während andere Kantone Mehreinnahmen zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit nutzen können, bleibt Bern in einem strukturellen Nachteil.
HIV fordert weitere Massnahmen
Der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern sieht dringenden Handlungsbedarf. Die bisher umgesetzten Steuerreduktionen reichen nicht aus, um Bern im Standortwettbewerb zu verbessern. Der HIV fordert daher weitere gezielte Steuersenkungen, um Unternehmen und Privatpersonen langfristig zu entlasten und den Kanton Bern wirtschaftlich attraktiver zu machen.
Die Lehrveranstaltung "Aussenwirtschaft und internationale Geschäftstätigkeit" an der Universität Bern endete mit einer erfolgreichen Abschlusspräsentation, die in Zusammenarbeit mit dem HIV Kanton Bern und der MOTOREX AG stattfand. Die Studierenden bearbeiteten eine Case Study zur Expansion der MOTOREX AG in den amerikanischen Markt.
Die vier Gruppen präsentierten ihre Strategien zu Markteintrittsbarrieren und Wettbewerb unter der aktuellen US-Handelspolitik. Prof. Baldauf lobte die praxisnahe Anwendung des konzeptionellen Wissens. Die Fachleute von MOTOREX und HIV Kanton Bern, darunter Andreas Vetter und Sibylle Plüss-Zürcher, gaben wertvolle Einblicke, etwa zur Bedeutung von Partnerschaften und regulatorischen Anforderungen wie Zollbestimmungen.
Die Studierenden schätzten die praxisorientierte Herangehensweise und die Vielfalt der Perspektiven in ihren Gruppen. MOTOREX fand die Ideen der Studierenden bereichernd und sah in einem Input sogar einen potenziellen Lösungsansatz für das Unternehmen. Die Veranstaltung zeigte, wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft ist und wie Studierende von realen Praxisfällen profitieren.
Zusammen mit dem Arbeitgeberverband, den Berner KMU, dem Hauseigentümerverband und dem Berner Bauernverband setzt sich der HIV dafür ein, die Vielfalt und Bedeutung der Berner Wirtschaft in der breiten Bevölkerung stärker sichtbar zu machen. Mit dem Projekt BEstouz hat sich die Berner Wirtschaft zum Ziel gesetzt, die vielen Erfolgsgeschichten der KMUs, die das Rückgrat des Wohlstandes bilden, gezielt zu vermitteln. In diesem Jahr fokussierte sich BEstouz auf den Ausbau der digitalen Kanäle-
Der Berner KMU-Barometer 2024 zeigt, dass die Berner Wirtschaft insgesamt eine stabile und positive Stimmung haben. Die finanziellen Aussichten sind besser als im Vorjahr, mit einem Anstieg bei Umsatz, Gewinn und Investitionen. Besonders bemerkenswert ist, dass 36% der Unternehmen 2024 eine Steigerung ihrer Investitionen verzeichnen – der höchste Wert seit 2022. Ein klarer Fokus liegt dabei auf Investitionen in die "Informatik inhouse" sowie in Mitarbeitende.
Bürokratie ist 2024 das wichtigste Thema für die Unternehmen, noch vor dem Fachkräftemangel. Besonders die zunehmende Bürokratie im Kontakt mit der öffentlichen Hand, wie etwa neue Formulare und langwierige Bewilligungsverfahren, bereitet den Unternehmen Sorgen. Auch die Digitalisierung, vor allem die Nutzung von Künstlicher Intelligenz, hat weiter an Bedeutung gewonnen und ist mittlerweile das drittwichtigste Thema.
Künstliche Intelligenz wird zunehmend eingesetzt, insbesondere in den Bereichen Administration (22%) sowie Marketing und Verkauf (18%). Die Zirkulärwirtschaft, obwohl noch nicht flächendeckend angewendet, gewinnt an Bedeutung und wird vor allem in der Beschaffung und im internen Produktionsprozess genutzt.
Die Umfrage wurde zwischen dem 22. August und 10. September 2024 durchgeführt, mit 734 teilnehmenden Betrieben. Die Umfrage richtete sich an die Mitglieder des Gewerbeverbands Berner KMU, des Berner Arbeitgeberverbands und des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern.
Seit September 2014 sendet Radio Bern1 in Zusammenarbeit mit dem HIV die wöchentliche Sendung "Wirtschaft aktuell". Die Sendung besteht aus einem zweieinhalbminütigen Gespräch zu einem aktuellen wirtschaftlichen Thema im Kanton Bern. Der HIV ist in die Themenwahl eingebunden und kann auch Gesprächspartner oder Gesprächspartnerin vorschlagen. Mit dieser Sendung wird das Verständnis der Bevölkerung für wirtschaftliche Zusammenhänge im Kanton Bern gefördert und ein weiterer Beitrag zur positiven Wahrnehmung der Unternehmerschaft geleistet. Die Zusammenarbeit mit den Regionalradios Neo1 und BeO für die Sektionen Emmental, Interlaken-Oberhasli und Wirtschaft Thun Oberland wird mit einem regionalisierten Vorspann fortgesetzt.
Seit 2013 findet die von der together ag jährlich organisierte Absolvierenden- und Maturierenden-Messe in der BERNEXPO statt. Die Plattform ermöglicht Unternehmen, sich mit einem Stand den zahlreich anwesenden und hochmotivierten Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten sowie den Maturierenden als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren.
Der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern unterstützt die Plattform als Partner. Mit diesem Engagement fördert der Verband einen ersten wertvollen Kontakt zwischen den Unternehmen und den angehenden Fachkräften. HIV-Präsident Daniel Arn, dankte den anwesenden Firmen/Institutionen für die Teilnahme an dieser für die neuen Fachkräfte wichtigen Einstiegs-Plattform und lud sie zu einem gemeinsamen Schluss-Apéro ein.
Die 35. Berufs- und Ausbildungsmesse BAM.LIVE, die Anfang September 2024 stattfand, war ein voller Erfolg. Über 22.000 Schülerinnen, Schüler, Lehrpersonen und Eltern besuchten die Messe, auf der mehr als 400 Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt wurden. Der HIV Kanton Bern unterstützte die Veranstaltung, um Schülerinnen und Schülern direkte Einblicke in die Berufswelt zu bieten. Die Messe überzeugte mit praxisnahen Erlebnissen, wie etwa dem Auseinanderbauen eines Uhrwerks oder dem Bau einer Aufladestation. HIV-Direktor Adrian Haas betonte, wie wichtig es sei, den Lernenden von morgen die berufliche Zukunft näherzubringen. Auch Ausstellende wie CSL Behring AG lobten den wertvollen Austausch mit den Besuchern und das direkte Feedback aus dem Markt.


Die Schwendimann AG wurde 2024 mit dem Berner Sozialstern ausgezeichnet, einem Preis für Unternehmen, die sich für die berufliche Integration von Menschen mit psychisch bedingten Einschränkungen engagieren. Das Familienunternehmen beschäftigt 85 Mitarbeitende und setzt sich aktiv für die Integration von vier festangestellten Mitarbeitenden und einem Lernenden mit psychischen Beeinträchtigungen ein. CEO Demian Schwendimann betonte, wie wichtig diese Anerkennung für das Unternehmen ist, da sie die Bemühungen um einen inklusiven Arbeitsmarkt würdigt.
Neben Schwendimann AG wurden auch die Hugentobler Schweizer Kochsysteme AG und die Stämpfli Gruppe mit einem Best Practice-Award für ihre herausragenden Integrationsleistungen ausgezeichnet. Alle ausgezeichneten Unternehmen zeigen eindrucksvoll, wie Integration auf Augenhöhe erfolgreich umgesetzt werden kann. In der breit aufgestellten Jury ist seit mehreren Jahren auch der HIV Kanton Bern vertreten.
Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem HIV und der Berufswahlagenda Bern/Freiburg wurde das etablierte Konzept «1000 Chancen» um weitere Porträts erweitert und auf verschiedenen Kanälen veröffentlicht. Derzeit umfasst «1000 Chancen» 38 Porträts von Personen, die den Übergang von der Berufslehre in eine Kaderposition geschafft haben. Seit 2018 sind diese Erfolgsgeschichten auch Teil der beliebten Berufswahlagenda, die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse kostenlos über ihre Lehrpersonen erhalten. Die Berufswahlagenda dient einerseits als Lehr- und Informationsmittel für den Berufswahlprozess und andererseits als Hausaufgabenheft, das die Jugendlichen durch das Jahr begleitet. Sie erscheint jährlich im Mai in sechs kantonalen Ausgaben mit einer Gesamtauflage von 39'500 Exemplaren.
Zum 20. Mal legte der HIV letzten Frühling eine Bewertung des Abstimmungsverhaltens der Mitglieder des bernischen Grossen Rats vor, zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit den Verbänden Berner KMU und Die Berner Arbeitgeber. Dieses Mal stimmten wie bei den vergangenen Ratings die kantonalen Ratsmitglieder der EDU, SVP und FDP am wirtschaftsfreundlichsten ab. In der Einzelwertung erreichten vier Mitglieder das Maximum von 64 Punkten: Dominik Blatti, Katharina Baumann, Johann Ulrich Grädel und Bernhard Brügger.
Wie in vergangenen Ratingperioden stimmten auch dieses Mal die Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Fraktionen der EDU und SVP und FDP am wirtschaftsfreundlichsten ab. Die Fraktion Die Mitte reihte sich an vierter Position ein und kann ebenfalls als wirtschaftsfreundlich bezeichnet werden. Am wenigsten im Sinne der Wirtschaft abgestimmt haben in den Sessionen 2023 die Grossratsmitglieder der Grünen, SP, PSA und ES. Im Langzeitvergleich seit dem ersten Rating 2003/04 liegt die FDP zusammen mit der SVP an der Tabellenspitze – gefolgt von EDU und Die Mitte. Im Mittelfeld liegen weiterhin glp und EVP, während sich die Grünen, die SP, die PSA und die ES am Tabellenende wiederfinden.
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