Informationen zur Einstellung von Personen mit Schutzstatus S

Ende April 2024 lebten 65'000 Personen mit Schutzstatus S in der Schweiz. Der Bundesrat beschloss, den Schutzstatus S bis mindestens am 4. März 2025 weiterzuführen. Zeitgleich hat er auch erstmals ein Ziel für die Arbeitsmarktintegration definiert: Bis Ende 2024 sollen 40% der erwerbsfähigen Personen mit Status S einer Arbeit oder Ausbildung nachgehen. Von den 60'000 Ukrainerinnen und Ukrainer sind 40'000 im Erwerbsalter und rund 24% erwerbstätig. Was bedeutet dies für die Berner Unternehmen?


Dieses neue Ziel legt den Fokus klar auf die wirtschaftliche Integration der Ukrainerinnen und Ukrainer in die Wirtschaft. Die Quote von 40% ist ambitioniert. Aus Sicht des HIV ist es jedoch richtig, denn Arbeitgeber haben ein Interesse, das Arbeitskräftepotenzial der Ukrainerinnen und Ukrainer bestmöglich zu nutzen. Zudem bedeutet eine Anstellung ein Gewinn für die Betroffenen und schliesslich sinken die Sozialkosten, wenn möglichst viele Personen mit Schutzstatus S den Weg in den Arbeitsmarkt finden. Festgehalten sei an dieser Stelle auch, dass von den 6'600 Menschen aus der Ukraine im Kanton Bern mehr als die Hälfte schulpflichtige Kinder und Jugendliche oder Menschen im Pensionsalter sind.

Wer den Ausweis S hat, kann mit einer Bewilligung arbeiten. Im Kanton Bern waren im Mai 2024 über 200 Bewilligungen für Arbeitsverträge ausgestellt. Die meisten arbeitstätigen Ukrainerinnen und Ukrainer sind in der Hotellerie- und Gastrobranche beschäftigt. Es sind dies total 90 Arbeitsverträge.

Um das Ziel zu erreichen, werden auch im Kanton Bern Anstrengungen unternommen und die Bemühungen zur Arbeitsmarktintegration intensiviert. Auch der HIV beteiligt sich an den Bemühungen und hat zugesagt, die Arbeitgeber über die Möglichkeiten zur Einstellung von Geflüchteten aus der Ukraine zu informieren und zu sensibilisieren.

Ukrainerinnen und Ukrainer können direkt oder über die regionalen Arbeitsvermittlungsstellen angestellt werden. Als erfolgsversprechenden Weg sieht der Kanton Bern allerdings die Anstellung über eine Vermittlung durch eine Organisation der Arbeitsmarktintegration. Wer eine Stelle sucht, kann sich bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren melden.

Für die Zulassung zur Erwerbstätigkeit der geflüchteten Person muss der Arbeitgeber ein Gesuch bei der kantonalen Arbeitsmarktbehörde einreichen.

Dies geschieht in vier Schritten:

  1. Voraussetzungen
  2. Die orts- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen werden eingehalten und entsprechen der Qualifikation sowie dem Stellenprofil.
  3. Für das Gesuch benötigen Sie:
  4. Kopie Ausweis S (wenn bereits vorhanden, andernfalls positiver Entscheid über die vorübergehende Schutzgewährung des SEM).
  5. Passkopie (wenn vorhanden)
  6. Gegenseitig unterzeichneter Arbeitsvertrag
  7. Reichen Sie vor dem geplanten Stellenantritt für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitnehmer das Gesuch zum Stellenantritt beim Amt für Wirtschaft (AWI) ein.
  8. Stellenantritt – Ausländische Arbeitnehmende mit Ausweis S (Schutzstatus)
  9. Senden Sie das Gesuch mit allen Unterlagen und unterschrieben vorzugsweise per E-Mail in einem einzigen PDF-Dokument an: info.ae-bew@be.ch

Bei Fragen und Unklarheiten steht Ihnen gerne das Amt für Wirtschaft zur Verfügung: 031 633 55 85 oder unter info.ae-bew@be.ch

Stand 13. Juni 2024

Sektion: HIV ändern