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Internationale Entwicklung

Allgemein

Seit 40 Jahren entwickelt sich die aussergerichtliche Streitbeilegung, die sog. Alternative Dispute Resolution (ADR) und damit die Mediation weltweit unaufhaltsam und stetig. Sie ist heute in den USA, in Australien, Asien und Europa nicht mehr weg zu denken. Sie hat vor allem in den Ländern des case law, also in den angelsächsischen Ländern, rasche Verbreitung gefunden und ist dort seit langem ein der Justiz ebenbürtiger Weg zur Konfliktserledigung. Im Vergleich zu den EU-Ländern, nicht zuletzt im Vergleich zu Deutschland und Oesterreich, hinkt die Schweiz immer noch hinten nach.

Das Multi-Door Dispute Resolution Programm

1985 richtete der Superior Court of DC (des Columbia-Distrikts in Washington) eine sog. Multi-Door Resolution Division ein, um den rechtssuchenden Streitparteien in der Entscheidfindung zu helfen, welche der streiterledigenden Methoden ihrem Konflikt am ehesten entspricht. Diese Abteilung, welche nach wie vor existiert und bestens funktioniert, stellt nicht nur Mediation, Vermittlung, ein besonderes aussergerichtliches Schlichtungsverfahren (das sog. Mini-Trial), sondern auch eine schiedsgerichtliche Erledigung zur Auswahl und Verfügung. Heute gibt es solche Multi-Door-Einrichtungen in vielen Ländern rund um die Welt.

Mediation in der EU

Die EU sieht in der Mediation ein bis heute noch ungenügend ausgeschöpftes Potential zur raschen, kostengünstigen und im Interesse der Konfliktparteien liegenden Streiterledigung, die erst noch die staatliche Justiz entlasten würde.

In einem sog. Grünbuch über alternative Verfahren zur Streitbeilegung im Zivil- und Handelsrecht aus dem Jahr 2002 legte die EU den Grundstein für die inzwischen ergangene Mediationsrichtlinie, an deren gesetzlichen Umsetzung ins nationale Recht die Mitgliedstaaten zur Zeit arbeiten. Nach Abschluss dieser Umsetzung ist ein weiterer Schub zugunsten der Mediation zu erwarten.