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Treffpunkt Wirtschaft

zum Thema:
DER A5-WESTAST - WICHTIGE VORAUSSETZUNG FÜR DIE WIRTSCHAFT

"Der Puls der regionalen Wirtschaft"

Referate:
"Der A5-Westast im Faktencheck", Regierungspräsident Christoph Neuhaus
"A5-Westumfahrung – ein wichtiger Schritt für das Nationalstrassennetz", Jürg Röthlisberger, Direktor ASTRA

Diskussionsrunde zum Thema «A5-Westast» mit anschliessendem Networking-Apéro

Moderation: Urs Gredig, Chefredaktor CNNMoney Switzerland

Am sehr gut besuchten Treffpunkt Wirtschaft vom 12. November 2018 im Bieler Volkshaus drehte sich alles um die Westumfahrung Biel - eines der Hauptgesprächsthemen der letzten Monate in der Region Biel-Seeland.

Im ersten Inputreferat durch Regierungspräsident Christoph Neuhaus, Direktor der Bau-, Verkehr- und Energiedirektion des Kantons Bern, wurde den Anwesenden der Faktencheck zwischen dem offiziellen Ausführungsprojekt und der Alternatividee ohne Anschlüsse in der Stadt erläutert. Dieser offenbart klare Vorteile zu Gunsten des offiziellen Ausführungsprojekts. Gemäss Neuhaus löst die Alternatividee die unbestrittenermassen bestehenden Verkehrsprobleme nicht ansatzweise. Durch einen Verzicht auf die Anschlüsse Bienne-Centre und Seevorstadt-Fauborg du Lac, die durch die Gegner massiv kritisiert werden, würden bloss 20 % Durchgangsverkehr in den Boden verlegt. Die Alternatividee falle bei der Kosten-Nutzen-Analyse daher deutlich durch. Es sei aber klar, dass der Westast nicht ohne Kompromisse und nicht zur Zufriedenheit aller gestaltet werden könne. Die späte Kritik sei teilweise ideologisch begründet. Wenn alle nur gewinnen wollten, werde es schwierig. Zum Schluss seines Referats stellte Regierungspräsident Neuhaus klar: Mit den Skeptikern würden diskutable Aspekte noch einmal angeschaut, eine Prüfung neuer Varianten gebe es hingegen nicht mehr.


Im zweiten Inputreferat stellte Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen ASTRA, das offizielle Ausführungsprojekt zunächst in einen grösseren Kontext. Er zeigte eindrücklich auf, dass 75 % des Verkehrs auf Strassen stattfänden. Von den total 73‘000 km in der Schweiz besitze der Bund lediglich 2,5 %. Die Nationalstrassen würden als Schlagadern aber 43 % des Verkehrs tragen und als Drainageleitungen für Entflechtung sorgen. Die Autobahn sei sozusagen eine zusammenhängende Ortsumfahrung. In den letzten 25 Jahren habe sich der Verkehr mehr als verdoppelt. Nun beginne die Rückverlagerung auf die untergeordneten Strassen mit Schulwegen etc. Ohne Ausbau der Autobahnen werde die Anzahl Staustunden in Anbetracht der Verkehrsprognosen weiter ansteigen, was weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll sei. Mit der Digitalisierung und der sogenannten „Mobilität 4.0“ werde es künftig immer noch mehr Mobilität geben. Es brauche dringend mehr Verkehrsfläche, damit die Autobahnen die Drainagefunktion weiterhin wahrnehmen könnten. Abschliessend stellte Jürg Röthlisberger klar, das Ausführungsprojekt sei nicht eine Idee des ASTRA, vielmehr seien die Inhalte des Projekts von der Stadt Biel so gewünscht worden - inklusive den beiden Anschlüssen Bienne-Centre und Seevorstadt.


Im Rahmen der anschliessenden Podiumsdiskussion wurden die Vor- und Nachteile der beiden zur Diskussion stehenden Varianten besprochen. Der bekennende Gegner des offiziellen Projekts, André König, stört sich am meisten daran, dass der Faktencheck lediglich auf sicherheits-, bau- und verkehrstechnischen Kriterien basiere. Die Aspekte Umwelt, Städtebau und Wirtschaftlichkeit kämen zu kurz. Gilbert Hürsch, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Biel-Seeland, äusserte sein Erstaunen darüber, dass überhaupt noch einmal über eine Alternative diskutiert werde, die höchstens eine Antwort sei auf 20 % Durchgangsverkehr. Jürg Röthlisberger stellte klar, ein Projekt im Sinn der Alternatividee würde unter keinem Titel in den Bundesrat kommen, da es bei der Kosten-Nutzen-Prüfung bei weitem nicht genüge. Regierungspräsident Christoph Neuhaus erinnerte schliesslich daran, dass in wenigen Jahren der Campus Biel fertiggestellt werde. Wenn die Verkehrsinfrastruktur mit diesen enormen Entwicklungen in Biel nicht mithalte, wäre dies fatal.

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